Da soll mal einer sagen innovative Rollenspiele kämen nur aus den Staaten. Ein solcher Prototyp eines innovativen, deutschen Rollenspiels ist Barbaren von Frank Tarcikowski - nun zumindest fast.
Was genau ist Barbaren? Frank beschreibt es selbst als das ultimative Machorollenspiel oder genauer:
“Die Idee: ein Rollenspiel wie ein Manowar-Album. Ein nicht ganz
ernstzunehmender Männertraum von muskulösen, unerschrockenen Kerlen, die ihr Leben damit verbringen, Tiger und Drachen zu jagen, ihre Feinde niederzumachen, mit ihren Kameraden zu saufen und zügellosen, heißen Sex mit immer anderen willigen, schönen Frauen zu haben. Sozusagen meine Alternative zu Rune. Weniger Wargame, mehr Atmosphäre, Charakter und Story. Natürlich immer noch voller Klischees. Aber nur Ficken und Metzeln wird schnell langweilig: Es kommt doch darauf an, wen du fickst und wen du abmetzelst! Es soll also schon um Menschen gehen, um ihre Rivalität, ihren Hass, ihr Verlangen, ihre Gier, ihre Schmach, ihren Triumph. Hauptsache primitive, kraftvolle, impulsive Gefühle.”
Klingt sicherlich schon mal nicht schlecht, zumindest wenn einem dieser Stil in den Kram passt. (Mir selbst wäre es wohl etwas zu pubertär, aber naja..)
Das Setting ist ein typisches Conan-Setting. Mit Barbaren, die in einem wilden, gefährlichen Land leben. Auf einigen Seiten wird sogar das Leben und die Bräuche der Barbaren angerissen.
Technisch nutzt Barbaren sehr weit gefächerte Attribute, aus denen sich eine Vielzahl von Nebenattributen errechnen. Darüber hinaus besitzt jeder Charakter ein oder zwei Spezialitäten, Persönlichkeitsmerkmale und letzt endlich Beziehungen. Beziehungen wird große Beachtung geschenkt, immerhin soll eben das Spiel um die Beziehungen im Mittelpunkt stehen.
Genutzt wird ein W6-basierendes Poolsystem bei dem Erfolge gesammelt werden müssen. Also recht Standard. Der Kampf wird ebenso wie das Umwerben im Detail auseinander genommen. Die letzten Seiten des 43seitigen Entwurfs werden dann der Spielleitung von Barbaren gewidmet. aber zum Großteil handelt es sich hier nur um NSC-Vorlagen.
Leider ist Barbaren sicherlich innovativ im Herangehen an ein solches Setting, aber leider wird es technisch eher schlecht umgesetzt. Im großen und ganzen wirkt es zu zusammengewürfelt, was sicherlich nicht zur Qualität beiträgt. Außerdem stellt sich mir die Frage, inwiefern ein solches Rollenspiel wirklich innovativ sein soll - aber das sind Frage, die wohl Indie Game Designer beantworten können.