Sven's Wortschmiede

Thursday, 29. September 2005

Die Geek-Hierachie

Filed under: Allgemeines — Sven @ 18:49

Wie geeky bist du? Finde es in der Geek-Hierachie heraus.

Wednesday, 21. September 2005

Rückversicherung

Filed under: Allgemeines — Sven @ 23:12

Er hatte es sich immer viel schmerzhafter vorgestellt. Er hatte gedacht, er würde mit grausamen Qualen sterben. Qualen, die nur Menschen verstehen konnte, die wie er litten. Aber nun in seinen letzten Tagen ging es ihm erstaunlich gut. Leigh genoss beinahe das Gefühl seinen Körper nicht mehr zu spüren. Irgendwann mussten seine Nerven nach und nach abgestorben sein. Da war nur dieser ewige Durst, der ihm die Kehle austrocknete.

Leigh konnte sich noch gut an die Zeit vor seinem Tod erinnern. Seine Erinnerungen glitten zu Tracey und den Kindern. Wie hießen sie noch? Leigh hatte es vergessen. Auch sein Gedächtnis ließ ihn immer mehr in Stich. Nur die wichtigsten Erinnerungen, der Kern seiner Persönlichkeit war geblieben, vieles aus seiner Jugend war geblieben, während sein Körper langsam verfiel.

Tracey.. Tracey hatte ihn davor gewarnt an der Unfallversicherung zu sparen, aber er hatte es nie für nötig gehalten, mehr als das Nötigste für sie auszugeben. Als er dann aber den Unfall hatte. Er fragte sich wie das gewesen sein musste, in einem brennenden Flugzeug abzustürzen. Ob er wohl Angst gehabt hatte? Und wie war überhaupt der Aufprall? Oder war er da schon bewusstlos gewesen, weil sein Körper im Schock die Kooperation verweigert hatte?

Niemand konnte ihm diese Fragen beantworten. Klar war nur, dass drei Tage später eine Nachricht bei der Heyveld Insurances Inc. einging, dass Leigh Belfort bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. Die Nachricht stammte von Leighs Ex-Frau, Tracey. Tracey.. sie war eine treue Seele gewesen. Ob es ihr wohl nun besser ging mit ihrem neuen Mann? Hätte er doch eine andere Versicherung gewählt, dann würden sie heute bestimmt in dem Haus in der Vorstadt wohnen. Aber es war zu spät sich dafür zu verwünschen.

Alles, was noch blieb war hier zu sitzen und auf den Tod zu warten – wieder Mal. Ein Tod, der ihn schon vor drei Jahren hätte ereilen sollen. Doch dank der modernen Technik war der Tod kein Hindernis mehr. Geklonte Körper, Persönlichkeitssicherungen – im Werbeprospekt klang das alles sehr gut. Und natürlich jeder kannte irgendeinen Zurückgekehrten, die davon schwärmten, wie klug sie doch damals gewesen waren eine Versicherung abzuschließen. Sie sterben, wir bringen sie zurück – besser als zuvor. So lautete der Slogan des Branchenführers ReLife.

Aber natürlich konnte sich nicht jeder die $1.000 im Monat leisten, die der Service der ReLife kostete. Wenn man trotzdem einen gewissen Schutz haben wollte, musste man Einschnitte bei den Leistungen hinnehmen, bei den Intervallen der Gehirnabtastungen oder bei der Lagerqualität für die DNS. Leigh war es da auch nicht anders gegangen und so war er bei Heyveld gelandet. Sie boten gute Preise, aber natürlich musste man sich einschränken. So wurden die Klonkörper nicht in den USA, sondern in Indien produziert, und von dort in Kühlstarre verschifft.

Nun ist das so eine Sache mit Indien. Sicherlich heute ist Indien eine der bedeutesten Industrienationen, aber irgendwie schienen die Inder gelegentlich etwas nachlässig bei der Qualitätskontrolle zu sein. Das traf auf Computerchips ebenso zu wie auf Klonkörper – Leighs zum Beispiel.
Beim Klonen seines Körpers war irgendetwas schief gegangen, denn von vornherein machte sein neuer Körper ihm nur Probleme, was nicht gerade förderlich ist, wenn einem gerade 5 Jahre Erinnerungen verloren gegangen sind. Anfangs waren es Schmerzen, wegen denen er schließlich im Krankenhaus landete. Die Ärzte fanden schnell heraus wo das Problem lag. Leighs Körper zerstörte sich selbst.

Leigh versuchte Heyveld Insurances zu verklagen, doch er hatte keine Chance. Die Versicherung hatte sich für eben diese Fälle abgesichert. Im Kleingedruckten seines Vertrages stand ausdrücklich, dass sie keinen Schadensersatz leisten würden, sollte etwas mit dem Ersatzkörper oder mit der Persönlichkeitskopie nicht stimmen. Leigh stand vor einem Scheibenhaufen, vor einem Berg von Schulden. Das Gerichtsverfahren, die medizinische Behandlung – Leigh war bereits pleite, als er seinen Job verlor. Als Tracey ihn dann noch verließ, wurde er zum Sozialfall.

So kam er hierher, in eine staatliche geförderte Residenz für Schwerstkranke, die sich draußen auf dem Land, umgeben von idyllischer Natur befand. Das klang im ersten Moment natürlich sehr gut und Leigh konnte sich noch erinnern, wie er die erste Zeit seinen Aufenthalt hier genoss. Aber irgendwann wurde ihm klar, dass dies im Grunde nichts anders, als der Ort, zu dem man die hoffnungslosen Fälle brachte, um sie sterben zu lassen.

Leigh wusste nicht mehr wie viele Leiche abtransportiert wurden waren in den zwei Jahren, die er hier war. Er wusste nur, dass es viele gewesen waren. Andres, Myles, Juliet. Namen tauchten wahllos in seinem Gedächtnis auf. Leigh wusste nicht mehr wer sie waren. Er wusste nicht einmal ob sie schon tot waren oder ob sie überhaupt jemals hier untergebracht wurden waren. Es waren nur Namen, die sein zerfallendes Gehirn ihm apportierte, wie ein alterschwacher Hund, der seinem Herrchen die Pantoffeln bringt, in Erwartung eines Lobes.

Leigh brauchte eine Weile bis er bemerkte, dass jemand in der Tür stand. Seine Augen ging es nicht besser als dem Rest seines Körper. Im Grunde sah er nur eine kleinen, runden Schatten und einen schlanken, etwas größeren. Den kleinen identifizierte er als Schwester Niki. Schwester Niki war immer gut zu ihm gewesen, er erinnerte sich noch gut an ihr fröhliches Lächeln. Heute konnte er aber nur noch ihre Stimme hören und auch das von Tag zu Tag nur noch immer undeutlicher. Dennoch war es ihm jedes Mal eine Freude, wenn seine langen Stunden, in denen er hier in seinem Bett lag und vor sich hinstarrte etwas Abwechselung und menschliche Berührung hatte.

„Mr. Belfort. Hier ist Besuch für Sie.“

Leigh würde gerne antworten. Würde gerne schön oder wer ist es denn sagen, aber seit einiger Zeit spielten seine Stimmbänder nicht mehr mit. Er hatte früher mal im Kirchenchor gesungen. Das waren noch Zeiten gewesen.
Der große Schatten war näher gekommen. Leigh stieg ein Geruch in die Nase, der ihm bekannt vorkam. Es war ein sehr angenehmer Geruch, aber Leigh wusste nicht mehr was es war.

„Dad?“, fragte der Schatten ihn. Leigh wusste nicht, was der Schatten wollte, er war nicht Dad. Dad war bestimmt noch auf der Arbeit.

„Ich bin es Juliet!“, die Stimme des Schattens klang drängend. Juliet. War die nicht gestorben? Jetzt fiel ihm erst auf, dass Schwester Niki auch da war. Er begrüßte sie mit einem breiten Lächeln.

Schwester Niki berührte den anderen Schatten an der Schulter. Und sagte irgendetwas. Leigh wusste nicht genau, was es war, aber ihre Stimme klang traurig. Dann führte sie den anderen Schatten nach draußen. Der Schatten schien zu weinen und auch Leigh stiegen die Tränen in die Augen. Hatte er irgendetwas falsch gemacht?

Er hoffte, dass Schwester Niki nicht wütend auf ihn war. Er hatte doch sonst niemanden mehr im Leben. Hoffentlich ging es ihm bald wieder besser, dann konnte er mal mit Schwester Niki ausgehen.

* * *

Als Leigh aufwachte lag er in einem Sonnen beschienen Zimmer auf. Verschlafen und etwas verwirrt richtete sich im Bett auf. Der Doktor hatte nichts davon gesagt, dass er nach der Gehirnabtastung noch über Nacht bleiben konnte. Verwundert kratzte er sich am Kopf, als er das Pärchen entdeckte, das am Ende des Raums saß.

Die Frau, sie war vielleicht 30 Jahre alt, war von ihrem Stuhl und eilte auf ihn zu. Dann blieb sie unschlüssig stehen. Sie wirkte schrecklich nervös. Fast so als hätte sie einen Geist oder ihren Lieblingspopsänger gesehen. Tränen stiegen ihr in die Augen und noch bevor sie ihr Partner beruhigen könnte, flüchtete sie aus dem Raum.

Der Mann, der etwa so alt wie Leigh war, kam etwas verlegen zum Bett.
„Mr. Belfort?“, er reichte Leigh die Hand. „Ich bin Jordan, Juliets Mann, also sozusagen ihr Schwiegersohn, auch wenn sie das noch nicht wissen. Es ist gut zu sehen, dass sie wieder in Ordnung sind, Sir.“

Es dauerte einen Moment bis Leigh klar wurde, was geschehen war. Verwirrt blickte er auf seine Hände und brach in Tränen aus. Er wusste nicht, ob aus Freude oder aus Angst. Die Versicherung hatte sich rentiert!

Tuesday, 20. September 2005

Selbstbewusstsein

Filed under: Allgemeines — Sven @ 12:41

Ich bin amüsiert und verärgert zugleich. Unsere kleine Geschichte beginnt mit Kurzgeschichtenwettbewerb der Cyberpunk Community Deutschland, der Anfang dieses Jahres lief.

Damals entschied ich mich aus Zeitgründen, wie aus mangelndem Selbstbewusstsein dagegen an diesem Wettbewerb teilzunehmen, ging och doch davon aus, dass es vertane Arbeit sein würde selbst eine Geschichte einzureichen. Als ich jedoch heute über die Seite der Alien Contact surft, stollperte ich natürlich auch unweigerlich über den quasi Leitartikel der aktuellen Ausgabe 66, der in Zusammenhang mit eben diesem Wettbewerb eine Wiederbelebung des Cyberpunk-Genres durch deutsche Autoren beschwor.

Gespannt rief ich die Geschichte des Siegers auf. Ich erwartete ein literarisches Meisterwerk. Was ich aber vorfand, war eine halbgare, klischeehafte Kurzgeschichte, in der der Autor scheinbar vollkommen unmotiviert mit Kunstbegriffen, wie Neofrüchte, um sich warf.

Eigentlich sehr schade.

Monday, 19. September 2005

Every Bunny was Kung Fu fighting

Filed under: Allgemeines — Sven @ 21:31

Lustiges Flash-Video, das ich grad gefunden habe. :)

Neue L5R-Kampagne

Filed under: Allgemeines — Sven @ 19:54

Das hier geht an die Leute aus meiner L5R-Runde.

Hier findet ihr Hintergrundinformationen zur nächsten Kampagne und denkt dran, es gibt Änderungen am System, die findet ihr hier.

Saturday, 17. September 2005

Neue Version von Rokugan-RdF

Filed under: Allgemeines — Sven @ 13:10

Nach dem Ende unserer Kampagne, habe ich einige Änderungen an meiner Konvertierung von Risa di Fanfarrón zu L5R vorgenommen. Die neue Version kann hier downgeloadet werden.

Quälereien

Filed under: Allgemeines — Sven @ 11:10

Hier habe ich bereits Pauls Rudnick zitiert, der mit dieser Aussage ziemlich genau den Kern des Autorseins trifft. Schreiben ist eine grausige Quälerei, bei der die Worte nie kommen wollen, wenn sie sollen, und man wirklich alles versucht, um sich davor zu drücken, an seinen Texten zu arbeiten.

Vielleicht liegt es daran, dass Schreiben auch immer die Beschäftigung mit sich selbst bedeutet. Denn auch wenn das entstehende Werk nicht autobiografisch ist, ist es doch die Geschichte des Autors, die dort niedergeschrieben wird. Die Erzählungen sind das Resultat seiner Erfahrungen, die mit einem Spritzer Fantasie gewürzt werden.

Eine wahrlich ermüdende Arbeit.

Wednesday, 14. September 2005

Gustavo Cerati - Amor Amarillo

Filed under: Allgemeines — Sven @ 15:26

Einer ganz speziellen Frau gewidmet.

Adentro tuyo
Ah, no veo el sol
Adentro tuyo
es un licor
es un licor

cuerpos de luz
corriendo en pleno cielo
cristales de amor amarillo
no dejare que seas fria
yo podría calentarte
para abandonarme y renacer
renacer, renacer

explosiones en tus ojos
agujeros en la piedra
y un verde profundo en el mar
hay algo en el aire
detalle infinito
y quiero que dure para siempre
para siempre

Adentro tuyo
Ah, como el sol
Adentro tuyo
es un licor

Adentro tuyo
Ah, no veo el sol
Adentro tuyo
es un licor
es un licor…


Inside you
ah, i can’t see the sun
Inside you
It’s liquor
It’s liquor

Body of light
running through mid-sky
crystals of yellow love
Will never let you become cold
I can warm you
So I can abandon myself and be re-born
re-born, re-born

explosions in your eyes
Holes in this rock
and a profound green in the sea
There’s something in the air
an infinite detail
and i want it to last forever
forever

Inside you
Ah, Like the sun
Inside you
It’s liquor

Inside you
Ah, i can’t see the sun
Inside you
It’s liquor
It’s liquor

Saturday, 10. September 2005

JChat

Filed under: Allgemeines — Sven @ 9:51

Seit einigen Tagen hostet ich JChat einen kleinen Chat von Asienbegeisterten, die leider aus ihrem urspünglichen Chat vertrieben wurden und ein neues Zuhause suchten.

Wednesday, 7. September 2005

Beruf: Schriftsteller

Filed under: Allgemeines — Sven @ 17:59

Beruf: Schriftsteller ein Sachbuch von Wolfgang Bittner, dem bekannten deutschen Schriftsteller und PEN-Mitglied, das den Beruf des Freien Schriftstellers einmal anders beleuchtet.

Eines kann man Bittner dabei sicherlich nicht vorwerfen, dass er ein Blatt vor den Mund nehmen würde. Und so beschreibt er auf 160 Seiten die Probleme und Nöte, mit denen sich gerade Schriftsteller, aber auch Kulturschaffende im Allgemeinen, in Deutschland konfrontiert sehen.

Sicherlich werden dem Leser, gerade wenn er sich zum konformen Teil der Gesellschaft zählt, einige Anmerkungen von Bittner sauer aufstossen, um so lobenswerter ist es daher, dass er diese doch auftischt. Gerade was die mangelnde Bereitschaft nicht nur der Gesellschaft, sondern gerade auch der Verwertungsindustrie angeht, Kultur ihres Wertes entsprechend zu bezahlen, kann man hier wohl Bittner als Kulturschaffender nur resigniert zustimmen.

Bleibt zu hoffen, dass sich am Ende doch noch der Sieg der Kultur über die Kommerzialisierung einstellt, bevor sie im Würgegriff der Konformität und Vermarktbarkeit endgültig erdrosselt wird.

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