In den letzten Wochen hört man immer und immer wieder Lobeshymnen auf “Old School” Rollenspiel. Was mich dabei allerdings enorm stört, ist diese ewige Propaganda und Rollenspiel-TRVEness.
Da liegt der Hype um die Forge mit dem Ende dieser endlich hinter uns, da kriecht bereits die nächste Generation von Über-Rollenspielern aus den Löchern und reiht sich in eine lange Tradition hinter DSA-Realos, Vampir-Stimmungsnazis und Forge-Theoristen ein.
Vielleicht meinen sie es nicht einmal böse, aber ich kann einfach keinen weiteren Meta-Blogeintrag über diese so genannte Old School mehr ertragen.
Niemand braucht den x-ten Verweis auf Finch.
Mich erinnert das ganze GeFinche an das Gebrabbel alter Leute, dass doch früher alles besser war. Die Frauen waren schöner, die Männer härter und die Dungeons gefährlicher — nicht so wie heute, wo alles viel zu… viel zu… ja, was denn… zu modern ist?
Das kennt man aus anderen Hobbies, wie Metal, wo immer die Musik am TRVEsten ist, die der betreffende mit 14 gehört hat.
Nicht dass ich es den Leuten nicht gönnen würde. Ich habe ja auch gerne meinen Spaß, auf meine Art, aber muss man denn damit so hausieren gehen? Wenn es wenigstens Content wäre, dann könnte man ja noch drüber hinweg sehen und sicherlich sogar etwas für sich selbst mitnehmen. Aber dieses GeFinche, diese Old-School-Definiererei, die bringt doch keinem was.























Nenn’ doch mal Ross und Reiter. Ich empfinde diesen Trend “noch” nicht so - ich habe ihn aber auch noch nicht so intensiv beobachtet.
Jedenfalls habe ich die “Meckerer”, die die alten Systeme hochlobten, schon immer erlebt. Neben den ganzen Forgisten. Vielleicht ist es auch so, dass der ganze Forgekram auch nur eine besonders schillerende Orchidee war, die mal kurz aufblühte und damit von den ollen Meckerköppen ablenkte. Ich kann mich noch an Diskussionen an dieses “Abenteuerspiel” erinnern, noch während des ganzen Forge-Unsinns.
Arbo
Comment by Arbo — Wednesday, 22. October 2008 @ 16:53
Das “old school”-Thema war für mich eine sehr konkrete Erfahrung darüber wie etwas kaputtgeredet werden kann, weil die Art und Weise wie darüber geredet wird so ätzend ist.
Das ging mir vorher mit Forge-ideen auf Tanelorn/GFF so und jetzt mit allem was irgendwie “old school” ist. Die ganze Gehässigkeit gegenüber Andersspielern ist abstoßend und erstickt jeden Versuch sich entspannt über Spielweisen zu unterhalten im Keim.
Da wird der Enthusiasmus und der Spaß am Spiel zu einem Schreckensbild verzerrt, weil einige Leute noch ihre Traumata auskurieren müssen. (”Die bösen bösen Forger/Stimmis/DSA-Realos/etc. haben damals gesagt ich spiele blöd. Jetzt zeige ich denen mal was eine Harke ist!”)
Comment by Georgios — Wednesday, 22. October 2008 @ 18:54
Das was Du siehst, nennt sich Modeerscheinung. Das ist halt zyklisch.
Comment by Harald Wagener — Wednesday, 22. October 2008 @ 20:15
Hi! Als einer, der versucht täglich darüber zu informieren, was in der aktuellen Szene alter Säcke so passiert, fühle ich mich doch einfach mal angesprochen und möchte nur das betonen, was ich vor etwas mehr als einer Woche gebloggt habe, dass in Deutschland von einem “Hype” nun wirklich keine Rede sein kann.
Ich bin ziemlich sicher, dass mein Blog polarisiert, es wird eine handvoll Leute geben, die ihn recht regelmäßig und gerne lesen und es wird eine überwältigende Mehrheit geben, die damit gar nichts anfangen können, aber die sind ja nun wirklich nicht gezwungen ihn zu lesen.
“Gefincht” (geile Wortschöpfung übrigens) habe ich in den zwei Monaten des Bestehens meines Blogs noch gar nicht und mich immer bemüht verschieden Facetten zu zeigen, damit vielleicht Leute sich mit meinen Ideen auseinandersetzen, die sonst etwas, das Old School (grässlicher Ausdruck) heißt, nicht einmal mit ihrer 3m Holzstange berühren würden.
Im übrigen hat deine Idee mit den Encounterkärtchen im vorigen Eintrag einen längeren weißen Bart als alles, was ich je geschrieben habe.
… was ja nicht schlecht sein muss. ;-)
ich habe keine Ahnung, ob mein Eintrag so freundlich rüberkommt, wie ich ihn meine, es fehlen ja Gestik und Mimik eines richtigen Gespräches, daher folgt hier die eidesstattliche Erklärung, dass ich ihn sehr positiv meine.
Comment by glgnfz — Wednesday, 22. October 2008 @ 20:38
Ich weiß gar nicht, WO ihr das alles lest - außer Glgnfz`s Blog hab ich nur Blogeinträge gelesen, die sich über den Oldschoolhype beschweren - mehr oder minder. Da sag ich mal Respekt an Glgnfz - aber im deutschsprachigen raum kann man kaum von einem Hype sprechen…
Zeit für mich, endflich unser Mystara-Tagebuch zu veröffentlichen…
Comment by Greifenklaue — Thursday, 23. October 2008 @ 9:39
@Moritz
Obwohl ich, wie du weisst nicht immer deiner Meinung bin, lasse ich dein meisten Posts ohne Zögern als Content gelten, denn wie du selbst sagst, finchst du recht wenig. Ich sehe bei dir auch keinen Missionierungsdrang, sondern einfach nur dass du Spaß daran hast RSP so zu spielen, wie du es spielst. Ist doch super.
Also teile deine Erfahrungen mit der Welt.
Es geht ja bei RSP-Blogs mM auch nicht darum das Rad neu zu erfinden, sondern um einen Austausch zwischen Fans voranzutreiben: “So mache ich es…”, “So probiere ich es grad aus…”, “Es war ein netter Versuch, aber…”
Mehr Praxis — weniger Theorie.
Comment by Sven — Thursday, 23. October 2008 @ 10:12
Ich habe den Hype auch nicht erkennen können. Die D&D 4Ed. Basher sind oft mit dem “Früher war alles besser” Argument in den Foren unterwegs - aber ist das ein Hype? Ein von mir besuchter Con mit dem “Old School” (Nicht mehr gedruckte Rollenspiele oder Vorauflagen) Thema war jedenfalls unterdurchschnittlich besucht.
Zum letzten Post: Rsp-Blogs.de soll nur die Reichweite der angeschlossenen Blogs erhöhen. Zensieren werde ich da nicht. Aber sicherlich ist es für alle von Vorteil, wenn sie bewusst, unter Setzung eines Links, auf die Beiträge anderer antworten.
Comment by Karsten — Thursday, 23. October 2008 @ 17:06
Was bedeutet eigentlich TRVE?
Comment by Karsten — Thursday, 23. October 2008 @ 17:07
Zum TRVE: http://www.urbandictionary.com/define.php?term=trve
Comment by Sven — Friday, 24. October 2008 @ 7:53