Bevor es endlich weiter geht mit Samurai Star Saga, ein kleiner Ausflug in die Welt der Mecha-Anime. Wen das nicht interessiert sollte zur vierten Überschrift vorscrollen, unter der ich die Überlegungen für Samurai Star Saga konkretisiere.
Um das Genre zu verstehen, ist es wichtig, eine wichtige Unterscheidung in der Herangehensweise an das Thema zu verstehen, die sich in den beiden Subgenres Super Robot und Real Robot widerspiegelt.
Super Robot
Seinen Ursprung hatten Mecha als Zeichentrickserien, die zu Spielzeugserien gedreht wurden. Hier traten die Mecha als gewaltige Kampfmaschinen auf, die in Superheldenmanier jede Woche gegen einen neuen Bösewicht antraten.
Jede Folge bestand dabei meist aus zwei Komponenten:
Einerseits einem Teil, der sich um die Piloten und ihre persönlichen Problemen drehte. Freundschaftsprobleme, Probleme mit Eltern, Lehrern oder Mitschülern (bei jugendlichen Helden) und ähnliches wurden behandelt. Auch die im Westen heißgeliebten Mechaserie Saber Rider hat ein solches Format, bei der die Helden neben der Bekämpfung des neuesten Outriders auch immer eine menschliche Dimension haben, die für den Erfolg solcher Serien recht wichtig ist.
Andererseits haben wir dann natürlich den Teil in dem der oder die Kampfroboter in Aktion treten. Wichtig war dabei eine dynamische, actionreiche Inszenierung des Kampfes, um das meist recht junge Publikum (5-15) bei der Stange zu halten. Daher haben Super-Robot-Serien einen Hang zu Nahkämpfen. Fernwaffen existieren zwar, aber benötigen entweder lange Zeit bis sie eingesetzt werden können oder prallen wirkungslos am Gegner ab.
Real Robot
Mit der Serie Gundam wagte sich allerdings ein Produzent an ein neues Format. Gundam richtete sich an ein älteres Publikum, daher sind die Geschichten anspruchsvoller und auch die Mecha sind nicht nur einfach strahlende Ritter und finstere Bösewichte in groß. Statt dessen werden Mecha hier als gewöhnliche, in Masse produzierte Kriegsmaschinen verstanden, anders als die oft Unikate der Super-Robot-Verwandten. Es werden Fernwaffen bevorzugt. Mecha gehen daher mit Raketenwerfern, Maschinengewehren und Panzergeschützen aufeinander los, anstatt sich mit Schwertern zu bekämpfen.
Zwar werden immer noch bestimmte Eingeständnisse an die Filmdramatik gemacht, so dass Gefecht nicht auf Dutzende von Kilometern durchgeführt werden, aber im Großen und Ganzen versucht man schon es “realistisch” zu halten.
Am Rande: BattleTech ist im Übrigen eine typische Geburt des Real-Robot-Subgenre. Inklusiver der unrealistischen Waffenreichweiten.
Real Super Robots?
Nach der Erscheinung von Neon Genesis Evangelion wurde immer wieder behauptet, dass es nun ein drittes Subgenre gäbe, in dem Super und Real Robots verschmelzen würden. Ich teile diese Meinung allerdings nicht. Zwar fehlt NGE die übliche Überdrehtheit der typischen Samstagmorgen-Zeichentrickserien und auch richtet sich der Plotteil mit seiner teenage angst und dem ganzen mythologischen Geschrubbel an ein älteres Publikum, doch im Kern handelt es sich immer noch um eine Super-Robot-Serie, mit vielen Nahkämpfen und Super-Fernwaffen, die so mächtig sind, dass sie nur einmal abgefeuert werden können.
Samurai Star Saga – Real or Super?
Die Überlegungen, wie die Mecha nun konkret in Samurai Star Saga integriert werden sollen, hat mich seit Anfang dieses Projekts umhergetrieben. Ein Knackpunkt war und ist dabei, dass sich die Entwickler von L5R nie so recht entscheiden wollten, was die Samurai denn nun sein sollten.
An einigen Stellen werden sie als die kleine, militarisierte Elite von Rokugan dargestellt. Auf der anderen Seite gibt es aber wiederum riesige Samuraiheere, die dann aber wieder von einer einzelnen Gruppe von Samurai aufgehalten werden, wobei Anfangs-Spielercharaktere aber wiederum Angst vor jedem Goblin haben müssen.
Nun ja, es ist das altbekannte Rollenspielphänomen und ich bin mir auch nicht so recht sicher, ob und wenn wie ich mich dabei ni dieser Adaption festlegen werde, da ich sie möglichst offen jede interessierte L5R-Gruppe halten möchte, ich aber leider nicht weiß, in welcher Position die Samurai gesehen werden. Wahrscheinlich spiegelt die Unentschlossenheit der Autoren nur die Vielfalt der Spielerschaft wieder und umgekehrt.
Ich habe mich daher für folgende Lösung entschieden:
- Die Schulen verbleiben als Teil der Charaktere, auch Ahnen können weiterhin für Charaktere gekauft werden.
- Mecha werden als Pakete gebaut, die Modifikatoren auf Attribute geben und die mit Vor- und Nachteilen versehen werden können.
- Mecha können im Spiel modifiziert werden, was sich durch das Steigern von Attributsmodifikatoren und den Kauf von Vorteilen ausdrückt. Da diese aber nur für die Mecha gelten, wird es einen Rabatt geben.






















