Sven's Wortschmiede

Saturday, 9. January 2010

Samurai Star Saga – Design Notes: Real Robot vs. Super Robot

Filed under: Rollenspiel — Tags: , , , — Sven @ 13:15

Bevor es endlich weiter geht mit Samurai Star Saga, ein kleiner Ausflug in die Welt der Mecha-Anime. Wen das nicht interessiert sollte zur vierten Überschrift vorscrollen, unter der ich die Überlegungen für Samurai Star Saga konkretisiere.

Um das Genre zu verstehen, ist es wichtig, eine wichtige Unterscheidung in der Herangehensweise an das Thema zu verstehen, die sich in den beiden Subgenres Super Robot und Real Robot widerspiegelt.

Super Robot

Seinen Ursprung hatten Mecha als Zeichentrickserien, die zu Spielzeugserien gedreht wurden. Hier traten die Mecha als gewaltige Kampfmaschinen auf, die in Superheldenmanier jede Woche gegen einen neuen Bösewicht antraten.

Jede Folge bestand dabei meist aus zwei Komponenten:

Einerseits einem Teil, der sich um die Piloten und ihre persönlichen Problemen drehte. Freundschaftsprobleme, Probleme mit Eltern, Lehrern oder Mitschülern (bei jugendlichen Helden) und ähnliches wurden behandelt. Auch die im Westen heißgeliebten Mechaserie Saber Rider hat ein solches Format, bei der die Helden neben der Bekämpfung des neuesten Outriders auch immer eine menschliche Dimension haben, die für den Erfolg solcher Serien recht wichtig ist.

Andererseits haben wir dann natürlich den Teil in dem der oder die Kampfroboter in Aktion treten. Wichtig war dabei eine dynamische, actionreiche Inszenierung des Kampfes, um das meist recht junge Publikum (5-15) bei der Stange zu halten. Daher haben Super-Robot-Serien einen Hang zu Nahkämpfen. Fernwaffen existieren zwar, aber benötigen entweder lange Zeit bis sie eingesetzt werden können oder prallen wirkungslos am Gegner ab.

Real Robot

Mit der Serie Gundam wagte sich allerdings ein Produzent an ein neues Format. Gundam richtete sich an ein älteres Publikum, daher sind die Geschichten anspruchsvoller und auch die Mecha sind nicht nur einfach strahlende Ritter und finstere Bösewichte in groß. Statt dessen werden Mecha hier als gewöhnliche, in Masse produzierte Kriegsmaschinen verstanden, anders als die oft Unikate der Super-Robot-Verwandten. Es werden Fernwaffen bevorzugt. Mecha gehen daher mit Raketenwerfern, Maschinengewehren und Panzergeschützen aufeinander los, anstatt sich mit Schwertern zu bekämpfen.

Zwar werden immer noch bestimmte Eingeständnisse an die Filmdramatik gemacht, so dass Gefecht nicht auf Dutzende von Kilometern durchgeführt werden, aber im Großen und Ganzen versucht man schon es “realistisch” zu halten.

Am Rande: BattleTech ist im Übrigen eine typische Geburt des Real-Robot-Subgenre. Inklusiver der unrealistischen Waffenreichweiten.

Real Super Robots?

Nach der Erscheinung von Neon Genesis Evangelion wurde immer wieder behauptet, dass es nun ein drittes Subgenre gäbe, in dem Super und Real Robots verschmelzen würden. Ich teile diese Meinung allerdings nicht. Zwar fehlt NGE die übliche Überdrehtheit der typischen Samstagmorgen-Zeichentrickserien und auch richtet sich der Plotteil mit seiner teenage angst und dem ganzen mythologischen Geschrubbel an ein älteres Publikum, doch im Kern handelt es sich immer noch um eine Super-Robot-Serie, mit vielen Nahkämpfen und Super-Fernwaffen, die so mächtig sind, dass sie nur einmal abgefeuert werden können.

Samurai Star Saga – Real or Super?

Die Überlegungen, wie die Mecha nun konkret in Samurai Star Saga integriert werden sollen, hat mich seit Anfang dieses Projekts umhergetrieben. Ein Knackpunkt war und ist dabei, dass sich die Entwickler von L5R nie so recht entscheiden wollten, was die Samurai denn nun sein sollten.

An einigen Stellen werden sie als die kleine, militarisierte Elite von Rokugan dargestellt. Auf der anderen Seite gibt es aber wiederum riesige Samuraiheere, die dann aber wieder von einer einzelnen Gruppe von Samurai aufgehalten werden, wobei Anfangs-Spielercharaktere aber wiederum Angst vor jedem Goblin haben müssen.

Nun ja, es ist das altbekannte Rollenspielphänomen und ich bin mir auch nicht so recht sicher, ob und wenn wie ich mich dabei ni dieser Adaption festlegen werde, da ich sie möglichst offen jede interessierte L5R-Gruppe halten möchte, ich aber leider nicht weiß, in welcher Position die Samurai gesehen werden. Wahrscheinlich spiegelt die Unentschlossenheit der Autoren nur die Vielfalt der Spielerschaft wieder und umgekehrt.

Ich habe mich daher für folgende Lösung entschieden:

  • Die Schulen verbleiben als Teil der Charaktere, auch Ahnen können weiterhin für Charaktere gekauft werden.
  • Mecha werden als Pakete gebaut, die Modifikatoren auf Attribute geben und die mit Vor- und Nachteilen versehen werden können.
  • Mecha können im Spiel modifiziert werden, was sich durch das Steigern von Attributsmodifikatoren und den Kauf von Vorteilen ausdrückt. Da diese aber nur für die Mecha gelten, wird es einen Rabatt geben.

Monday, 28. December 2009

Samurai Star Saga VII – Clan Dragon

Filed under: Rollenspiel — Tags: , , , , — Sven @ 9:34

Weiter geht’s mit unserer Samurai-Mech-SciFi auf L5R-Basis. Diesmal, der mysteriöse Clan Dragon.

Anfänglich war der Clan Dragon John Wicks Auffangbecken für alles, was er aus Shaolin-Kungfu-Filmen der 70er geklaut hat. Die Dragons sitzen in den ganzen lieben Tag in isolierten Klöstern in den Bergen und meditieren oder so. Außerdem wurde der Musashi-Mythos gleich mit in den Dragon-Topf geworfen, was ihn endgültig zu L5R’s Esoterik-Grabbelkiste machte.

Wie der geneigte Leser vielleicht herauszulesen vermag, bin ich nicht gerade ein Fan des Dragon-Clans, aber natürlich will ich sie dennoch bei dieser Adaption nicht aussparen.

Die Welten der Dragon

Um das Gefühl der isolierten Dragon-Berge Rokugans wiederzugeben, platzieren wir die Dragons in einem kosmischen Nebel, der das Sternenreich nach “Norden” hin begrenzt. Diese Nebel behindern wie in der SciFi üblich das Reisen mit Raumschiffen, weil die Sensoren durch die leuchtenden Materieschleier gestört werden. Undurchdringliche Wände aus ionisiertem Gas stören den freien Blick ebenso wie Phantom-Echos.

In dieser Suppenküche liegen die Welten der Dragons, die vor allem aus unbelebten Felsbrocken und Kloster-Raumstationen bestehen, gut geschützt vor den allzu Ambitionen der Nachbarn.

Mecha der Dragons

Natürlich haben die Dragons Mechas, wenn auch nur wenige. Die isolierte Lebensweise und der natürliche Schutz des Nebels machen Mechas weniger notwendig, so dass der Clan Dragon selbst weniger Mechas als der Clan Crane oder Phoenix besitzt.

Viele der Mecha der Dragons sind außerdem Duell-Modelle, die speziell auf den Nahkampf gegen andere Mecha ausgelegt sind.

Ungewöhnlich sind dabei vor allem die schlichten Mönchsmecha, die keinerlei Bewaffnung besitzen und ihre Tödlichkeit allein durch das Ki ihrer Piloten schaffen.

Monday, 21. December 2009

Samurai Star Saga II

Filed under: Rollenspiel — Tags: , , , , — Sven @ 19:36

Samurai Ancestor Heute auf der Spätschicht sind mir noch einige Gedanken zu Samurai Star Saga der Space-Opera-Mecha-Adaption von L5R gekommen:

Techniken

Die Schultechniken wurden ja von den Charakteren zu den Mecha übertragen. Wie ist das möglich?

Die Erklärung: Jeder Mecha besitzt eine KI, die dazu dient, den Piloten bei der Steuerung zu unterstützen. Diese KI besitzt spezielle Fähigkeiten, die sich in den Technikeffekten ausdrückt. Allerdings sind diese Techniken nicht direkt abrufbar, sondern vielmehr müssen sich KI und Pilot aneinandergewöhnen, bevor sie effektiv zusammenarbeiten können. Somit bleibt der Multiple-School-Vorteil weiterhin sinnvoll und eigentlich wird er sogar sinniger.

Die KIs wurden teils in Jahrhunderte langer Entwicklungsarbeit auf die Anforderungen der Kampfstils der einzelnen Clans angepasst. Jede Kriegsakademie pflegt eine oder mehrere Ur-KIs, die im Heimatdojo trainiert werden, und als Vorlage für die KIs in den Mecha dienen.

Der Erfahrungsschatz der KIs besteht dabei vor allem aus aufgearbeiteten Informationen, die sie in Übungskämpfen mit Clansbrüdern gesammelt hat. Eine weitere wichtige Komponente sind Gehirnaufzeichnungen verstorbener Großmeister, die teils direkt in den Kern der KI eingelassen werden, teils jedoch auch als Zusatzmodule verfügbar sind, die per Programmplatine in einen Erweiterungsslot des Mecha-Computers eingefügt werden.

Oder mit anderen Worten: Auch Ancestors bleiben gültig.

Samurai Star Saga

Filed under: Rollenspiel — Tags: , , , , , , — Sven @ 13:46

Samurai Mecha Wie mir heute aufgefallen ist, lässt sich Legend of the Five Rings ohne großen Schmerz in ein Space-Opera-Mecha-Rollenspiel umwandeln.

  • Die Clans sind sehr ähnlich den feudalen Strukturen, die wir aus diversen Space-Opera-Settings kennen. Eigentlich müssen wir nur die Reiche aus Rokugan in den Weltenraum projezieren.
  • Der Fokus auf die Krieger unterstützt sehr nett Military SciFi. Der ausgearbeitete kulturelle Hintergrund macht es sicherlich möglich, politische Intrigen besser auszuspielen, als bei BattleTech.
  • Die einzelnen Schulen lassen sehr schnell zu Mechas umwandeln. Die beschriebenen Stärken der Schulen werden als Attributsmodifikatoren verwendet. Die Techniken als Spezialfähigkeiten der einzelnen Mecha-Modelle.
  • Monster lassen sich ebenfalls ohne Probleme als Mecha interpretieren. Outlander, die einen Konvoi der SCs mit ihren Goblin-Mecha angreifen, klingt doch gut.

Allerdings gibt es auch einige Dinge, für die ich bisher noch keinen Zweck gefunden habe:

  • Shugenja, Mönche — keine Ahnung, was für eine Rolle sie im Weltraum spielen sollten.
  • Taint — könnte natürlich immer noch die Piloten befallen, aber scheint es mir etwas unpassend für den SciFi-Ansatz, wenn es Regionen gibt, in denen man automatisch Taint bekommt

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