An irgendeinem Punkt erlebt jeder Rollenspieler und vor allem jeder Spielleiter es, die kreativen Batterien sind leer. Und wie bei einem Auto will der Rollenspiel-Motor nicht mehr anspringen, mit problematischen Folgen für das Spiel. Kampagnen müssen gestoppt werden, Rollenspielentwicklungen werden eingestellt, der Spielleiterhut wird eine Weile, vielleicht sogar für immer an den Nagel gehangen.
In manchen Fällen ist dieses kreative Loch sogar so schlimm, dass ehemals sehr motivierte Spieler das Hobby ganz bleiben lassen.
Da ich dieses aber nicht vorhabe, hier meine Gedanken dazu, woran es liegt, dass man irgendwann nicht mehr kann und was man hoffentlich (dies ist immerhin ein laufendes Experiment) dagegen tun kann.
Gründe für das Ausbrennen gibt es viele, die aber meist auf zwei Arten von Gründen hinauslaufen:
Einerseits ist da der Fall, dass das echte Leben einen zu sehr beansprucht, als dass man noch mit kreativem Elan seinem Hobby folgen kann. Arbeitsstress, Familiengründung, Krankheit — als dies sind Gründe, bei denen das Hobby an Wichtigkeit verliert und zurücktreten muss. Und sobald der kreative Motor erst einmal ins Stocken kommt, ist es das unweigerliche Ende. Einige Kilometer später steht man auf dem Seitenstreifen der Rollenspiel-Landstrasse und kommt nicht mehr vom Fleck.
Leider ist dies ein sehr realer Grund und in den meisten Fällen, hilft einem nichts weiter als das Hobby einfach erst einmal ruhen zu lassen. So lange bis die problematische Phase beendet ist. Vielleicht schafft man es danach wieder zurück in das Hobby, vielleicht entdeckt man aber auch neue Interessen. Wandel kann das Leben manchmal ja auch durchaus bereichern.
Der andere Grund ist das Zuviel. Man schreibt, leitet, spielt, designt, erdenkt, lässt die kreativen Motoren auf Hochtouren laufen und irgendwann kommt man ins Stocken. Alle Impulse und Ideen, die man vom Spiel bekommt, beginnen fad zu werden. Man hat das Gefühl, dass das Ewiggleiche keinen Vergnügungswert mehr hat, sondern nur noch eine Pflichtübung ist.
Dieser Grund ist sicherlich der schwierigere von beiden. Denn er nagt an dem Interesse für das Rollenspiel an sich. Es fehlt einem einfach nicht nur die Zeit, man hätte genug Ressourcen übrig, aber irgendwie kann man sich nicht aufraffen, noch tätig zu werden.
Ich bin mir immer noch unschlüssig, was dagegen hilft. Weniger Rollenspiel spielen und somit dessen Wertigkeit erhöhen? Sich verstärkt jenseits des Rollenspiels umsehen und neue Impulse erhalten? Das System wechseln?
Vielleicht ist es eine Mischung aus all diesem. Die Kunst ist dabei vielleicht weniger das alte Gefühl wiederzubeleben, als vielmehr das Spiel und damit das Gefühl neuzuerfinden.